Wie es begann

Im Mai 1952 schrieb das Innenministerium unseres Bundeslandes an die Landrats‑ und Bürgermeisterämter zum Thema „Bekämpfung der Unfallgefahren im Straßenverkehr ‑ Bildung von Verkehrswachten“ folgenden einleitenden Satz:

„Angesichts der bedrohlichen Entwicklung der Straßenverkehrs, wie sie in den nach Zahl und Schwere ständig zunehmenden Verkehrsunfällen und dem fortschreitenden Verfall der allgemeinen Verkehrsmoral zum Ausdruck kommt, vermögen die staatlichen Behörden die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit auf den öffentlichen Straßen mit verwaltungsmäßigen und polizeilichen Mitteln allein nicht mehr zu gewährleisten.“

 

Die Kreisverkehrswacht Heidenheim e.V. wurde am 05. November 1953 gegründet.

Heute würde man den Zustand auf unseren Straßen ganz bestimmt mit anderen Worten beschreiben, auch und besonders, weil sich die Verkehrssituation deutlich gebessert hat. Das belegen ein paar wenige Zahlen aus der amtlichen Verkehrsunfallstatistik.

Im Jahre 1953, dem Jahr der Wiederaufnahme der amtlichen Verkehrsunfallstatistik nach dem 2. Weltkrieg (und dem Jahr unserer Gründung) hatten wir in der Bundesrepublik Deutschland einen Kraftfahrzeugbestand von 4,75 Millionen (darunter 1,26 Millionen PKW). In diesem Jahr verloren 12.614 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr.

Bis zum Jahr 2002 ist der Kraftfahrzeugbestand auf 54,99 Millionen (davon 44,38 Millionen PKW) angestiegen. Es wurden aber „nur“ noch 6.842 Menschen getötet ‑ natürlich noch immer viel zu viele.

Die Zahl der getöteten Menschen pro 100.000 Kraftfahrzeugen ging damit von 265 im Jahre 1953 auf 12 im Jahre 2002 zurück.

 

Zu diesem Ergebnis haben, das ist unter Fachleuten unbestritten, eine Vielzahl von Faktoren beigetragen:

  • die passive Sicherheit der Fahrzeuge wurde verbessert
  • die Fahrzeugtechnik modernisiert
  • der Straßenbau optimiert
  • die Verkehrsregeln angepasst
  • die Rettungsdienste schneller und effizienter gestaltet
  • die Verkehrsführung für Kfz, Zweiradfahrer und Fußgänger wo möglich getrennt
  • die Ausbildung intensiviert
  • die Verkehrsaufklärung aktiv angegangen

Genauso unstrittig ist aber auch, dass heute der Mensch der größte Risikofaktor im Straßenverkehr ist. Und sicher ist auch, dass es weniger an der Ausbildung als an der Einstellung mangelt. Wenn man heute auch nicht mehr ‑ wie eingangs zitiert ‑ von einem „fortschreitenden Verfall der allgemeinen Verkehrsmoral“ sprechen kann, so lassen doch Charaktereigenschaften wie „Vorsicht“, „Rücksicht“ und „Gesetzestreue“ oft zu wünschen übrig.

Deshalb ist die Arbeit der Verkehrswachtorganisation bei allen augenscheinlichen Erfolgen keineswegs getan. In Zeiten, in denen die anderen Faktoren schon weit gediehen sind und sich wohl nur noch in engen Grenzen (auch finanziellen) bewegen können, wird unsere Arbeit noch wichtiger werden.

Dieser Aufgabe wollen wir uns stellen. Aber wir können sie nicht alleine bewältigen. Wir benötigen die Hilfe der öffentlichen Stellen. Ganz besonders aber benötigen wir die ideelle und die materielle Unterstützung unserer Mitglieder. Bleiben Sie uns bitte treu.

 

Auch wenn Sie, lieber Leser, noch nicht Mitglied unserer Verkehrswacht sind: Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.
 

Sie alle, die bisherigen treuen und die hoffentlich vielen neuen Mitglieder, stellen mit Ihrer Mitgliedschaft und Ihrem Beitrag sicher, dass auch in den kommenden Jahren eine aktive Verkehrswachtarbeit für die Bürger unseres Kreises Heidenheim betrieben werden kann.

Unterstützen Sie uns bitte in dieser wichtigen Aufgabe und gehen Sie mit uns weiter auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit.

 

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